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Sonntag, 20. Mai 2007

Suedamerika - Don't look back in anger!

Sydney, 20. Mai 07

Wir haben es geschafft!!! Wir haben Suedamerika hinter uns gelassen ohne ueberfallen zu werden und ohne, dass uns etwas geklaut wurde. Sicher angekommen in Sydney und damit in einer der tollsten Staedte der Erde, ist es an der Zeit ein kleines Suedamerika-Fazit zu ziehen. Wir haben zwar nur ein paar Laender besucht aber doch einen kleinen Eindruck gewonnen. Nach Grossstaedten, Naturerlebnissen, Maerkten, kleineren Katastrophen und jeder Menge schoener Tage koennen wir sagen, dass Suedamerika der perfekte Start fuer unsere Weltreise war. Vielleicht war nicht alles perfekt, nicht alles so beeindruckend, wie man es sich manchmal vorstellt aber das Gefuehl, eine voellig andere Welt kennengelernt zu haben ist doch recht ueberwaeltigend. Das was als Eindruck auf jeden Fall bleiben wird, ist die Armut, die gerade in Ecuador sehr verbreitet ist und das Erstaunen darueber, dass trotzdem viele Leute ganz vergnuegt durchs Leben zu gehen scheinen. Jetzt geht unsere Reise also weiter. Wir sind in Australien gelandet und werden demnaechst von hier ausfuehrlich berichten.

Mittwoch, 16. Mai 2007

Public Enemy No. 1

Santiago de Chile, 14. May, 07

Heute hatten wir ein weiteres kleines Abenteuer unserer Reise. Wir sind von Guayaquil nach Santiago geflogen, oder auch fast nicht. Unser Flug ging um 17:15 Uhr. Boarding Time war 16:30 Uhr. Wir waren ganz brav 2 Stunden vor Abflug am Flughafen und haben eingecheckt. Danach waren wir eine Kleinigkeit essen, bevor wir den Sicherheitsbereich betreten haben. Dort kommt man erst mal zu einer Passkontrollstelle. Wie immer, haben wir uns etwas Sorgen gemacht, da Alice manchmal etwas Probleme hat, da die Beamten manchmal nicht wissen, fuer welche Laender sie ein Visum braucht. Dieses Mal sollte alles anders kommen. Als wir an der Reihe sind, geht zuerst Alice an einen Schalter, danach ich an einen anderen. Voellig arglos gebe ich dem Beamten meinen Pass und zeige ihm meine Boardkarte. Normalerweise ist die Reaktion ein kurzer Blick in den Pass, das Realisieren, dass ich Deutscher bin, ein ueberpruefender Blick, da ich nunmal nicht deutsch aussehe, ein Stempel und dann werde ich durchgewunken. Und dann geht es auch schon los. Ein kurzer Blick in den Pass, ein kurzer Blick auf den Computerbildschirm, ein Stirnrunzeln und Auftreten leichter Schweissperlen auf der Stirn des Beamten. Das wars erst mal. Als naechstes ruft er einen Kollegen zu sich, dem er aufgeregt abwechselnd den Bildschirm und meinen Pass zeigt. Anscheinend weiss der Kollege auch nicht, was er damit anfangen soll. Inzwischen hoeren wir durch die Lautsprecher, dass unsere Maschine gerade angefangen hat zu boarden. Naja, dass dauert ja auch eine Weile, wird schon passen. Auf Anfrage, was denn los sei, antwortet der Beamte etwas wortkarg in spanisch, uno momento por favor. Ok, wenn es nur ein Moment ist, kein Problem. In der Zwischenzeit hat der Beamte drei weitere Beamte herbeigerufen, die intensiv auf meinen Pass starren. Und dann recht uninteressiert wieder abziehen. Mein Beamter schwitzt inzwischen bedenklich. Langsam fange ich an mir Sorgen zu machen. Unsere Namen werden das erste Mal ausgerufen. Gate 8, bitte sofort! Wuerden wir ja gerne. Ein anderer Kollege wird hergerufen, der etwas strenger schaut, dafuer aber anscheinend ranghoeher ist und etwas zu sagen hat. Einen strengen Blick spaeter, frage ich ihn, ob es ein Problem gibt. Ein noch strengerer Blick richtet sich auf mich und eine dunkle Stimme sagt: Yes, Interpol!!! Dazu faellt mir erstmal nichts ein. Ich schaue ihn unglaeubig an und versichere ihm, dass ich voellig unschuldig bin und es sich sicher um eine Verwechslung handelt. Der Beamte scheint nicht ueberzeugt zu sein und nimmt meinen Pass erstmal unter die Lupe, wortwoertlich. Er nimmt eine grosse beleuchtete Lupe und betrachtet ostentativ meinen Pass. Der zweite Aufruf unserer Namen macht uns doch richtig nervoes. Alice laeuft los, um am Gate Bescheid zu sagen, dass wir wirklich auf den Flug mitwollen aber ich an der Passkontrolle festhaenge. der Beamte erklaert mir, sehr sehr ernst blickend, dass ein Stefan Mueller gesucht wird, von Interpol. Wie zur Hoelle erklaert man einem Beamten in Ecuador, glaubhaft, dass Stefan Mueller so ziemlich der haeufigste Name in Deutschland ist? inzwischen kommt Alice voellig ausser Atem zurueck und erklaert mir, dass die Dame beim Einchecken vergessen hat, die Steuer abzukassieren und wir deshalb nicht die Sicherheitskontrolle passieren duerfen. Voller Panik rennt sie weiter, um die Steuer zu bezahlen. Ich traue mich nicht vom Fleck weg zu bewegen, aus Angst nicht auf der Flucht erschossen zu werden! Zum Glueck entdeckt der Beamte meinen Mittelname! Schliesslich ist es sehr unwahrscheinlich, dass der Gesuchte auch Stefan Ki Mueller heisst. Ein finsterer Blick und der beamte fragt mich, ob ich noch weitere Dokumente habe. Ich gebe ihm meinen Personalausweis. Er fordert ein weiteres Dokument. Ich gebe ihm meinen Fuehrerschein. Final Call for Passangers Mueller und Bergler wird durchgesagt. Ich soll noch ein Dokument praesentieren. Ich gebe ihm auch noch meinen Fuehrerschein. Alice rennt vorbei und schreit, dass alle Schalter in der Halle gschlossen sind und sie die Steuer nirgends bezahlen kann. Der Beamte schaut mich an und fragt, ob ich noch ein Dokument habe. Wie viele verdammte Dokumente, kann man denn haben??? Ich verneine und erklaere ihm, dass mein Flieger gleich weg ist und ich ganz, ganz sicher keine Schwerverbrechen in Ecuador begangen habe. Ein weiterer finsterer Blick. ich fange auch an etwas zu schwitzen. Der allerletzte Call vom Gate. In Gedanken sehe ich unseren Flieger schon abheben. Mit unserem Gepaeck!!! Endlich, der Beamte hat ein Einsehen und gibt mir meine Dokumente wieder, macht einen Stempel in den Pass und wuenscht eine gute Reise, als waere nichts gewesen. Ich renne los. Bei der naechsten Sicherheitskontrolle steht Alice und diskutiert mit einem anderen Beamten, dass wir ans Gate kommen. Ein weiterer Aufruf. Man kann an der Stimme der Person, die die Durchsage macht quasi durchhoeren, dass sie definitiv das letzte Mal diese Durchsage macht. Eine andere Sicherheitsbeamte nimmt endlich ihr Funkgeraet in die Hand und ruft das Gate, um ihnen mitzuteilen, dass wir da sind und laesst uns durch. Wir rennen um unser Leben bzw unseren Flug! Am Gate zahlen wir die Steuer und rennen weiter ins Flugzeug.

Geschafft. Auch dieses Mal haben sie mich nicht erwischt!!!

Dienstag, 15. Mai 2007

Montanita

Montanita, Ecuador, 12. & 13. Mai 07

Heute haben wir unseren ersten Strandtag gehabt und uns gleich ein bisschen mehr im Urlaub gefuehlt als wir es eh schon tun. Von Guayaquil aus sind wir (Alice, ich, Anki und Xavier) zum Meer gefahren. Uebernachten konnten wir netterweise in dem Strandhaus der Familie von Gabi, einer Freundin von Anki (@ Gabi: Falls du das hier lesen solltest, ganz vielen Dank dafuer!!!).




Das Haus befindet sich nur ein paar Autominuten von Montanita entfernt. Einem kleinen Hippiedoerfchen, dass heutzutage das Hauptziel aller Surfer ist und seeeehr relaxed ist. Allerdings gibt es hier inzwischen auch schon alles moegliche, vom Bankomaten bis hin zum Luxushostel. Die Zivilisation macht eben vor nichts halt. Im Strandhaus packen wir kurz aus und laufen die 10 Meter zum Strand. Der ist Menschenleer. Wir haben tatsaechlich den ganzen Strand fuer uns allein. Bis auf zwei Hunde, die anscheinend zum Haus gehoeren und auf uns aufpassen. Xavier und Anki schlafen direkt ein.

Das Wetter ist nicht ganz perfekt, der Himmel ist bedeckt und die Aussentemperatur angenehm warm aber nicht wirklich heiss.

Dafuer ist der Pazifik wunderbar warm. Genau richtig, um eine ganze Weile darin zu verbringen. Ich kann es mir natuerlich nicht verkneifen und muss zumindest fuer ein paar Minuten mit dem Bodyboard ins Wasser.

Jetzt fuehle ich mich wirklich absolut im Urlaub.

Nach ein paar weiteren Stunden am Strand, bekommen wir Hunger und beschliessen nach Montanita zu fahren, um etwas zu essen. Ganz entspannt essen wir zu abend und schauen den Leuten zu, wie sie eine der drei Strassen langlaufen. Vom Urhippie ueber den Surferboy und der einheimischen Mama bis hin zum Backpackertouristen ist alles dabei. danach gehen wir zum Meer und sitzen eine ganze Weile am Strand. Was kann es viel schoeneres geben?

Am naechsten Tag bekommen wir auch direkt die Antwort. Nach dem Fruehstuck in Montanita klart der Himmel auf und wir haben strahlenden Sonnenschein. Also nichts wie ab an den Strand! Bei unserem "Hausstrand", stuerzen wir uns in die Wellen. Die Wassertemperatur erlaubt es einem ohne Probleme eine Stunde im Wasser zu bleiben, ohne dass es einem kalt wird. Das nutzen wir auch voll aus. Den Tag verbringen wir am Strand bzw.im Wasser.



Nachmittags fahren wir zurueck nach Guayaquil. Nach einem kurzen Abstecher in dei Shoppingmall gehen wir in ein schickes Cafe essen. Danach fahren wir zu einem der neuen Reichenvierteln Guayaquils. die Viertel sind komplett von einer hohen Mauer umgeben und werden von Waechtern bewacht, was kein Wunder ist bei den Haeusern, die darin stehen. Teilweise wissen die Leute anscheinend nicht wohin mit ihrem Geld. Manche der Garagen sind groesser als unsere Wohnung in Muenchen und einige Haueser sehen aus, als koennte eine 20-koepfige Familie darin wohnen, mit Freunden, Haustieren, Bediensteten und entfernteren Bekannten.
Direkt gegenueber auf einem Huegel fangen die Slums an, in dem die Menschen in Blechhuetten leben. Aber zumindest haben die Slumbewohner die scheonere Aussicht. Die Gegensaetze sind einfach unglaublich gross hier.

Morgen geht es ins naechste Land nach Santiago de Chile. Allerdings nur fuer einen kurzen Zwischenstop. Dann geht es weiter nach Australien!

Good day mate!!!

@Anki: Ganz, ganz herzlichen Dank fuer die tollen Tage bei dir, die Gastfreundschaft, das Essen, die Unterkunft, einfach fuer alles. Wir sehen uns hoffentlich auf der Wiesn 2008. Ganz viele Gruesse natuerlich auch an Xavier.
Alice und Stefan

Montag, 14. Mai 2007

Guayaquil, die 2te

Guayaquil, 11. Mai 07

Heute haben wir Guayaquil erkundet. Nach einem ausgiebigen Fruestueck auf der Terasse

fahren wir mit dem Taxi in die Stadt und haben uns erstmal den Parque Seminario angeschaut. Guayaquil ist die einzige Stadt, in dessen Stadtmitte Landiguanas leben.

Die werden teilweise bis zu einem Meter lang und sehen recht gefaerlich aus, sind aber voellig harmlos.

Direkt neben dem Park steht die Kathedrale, die leider geschlossen hatte. Wir laufen zum Malecon, eine Parkanlage an dem Meerarm, der durch Guayaquil fliesst. Die erst 2001 eroeffnete Anlage ist riesig und wunderschoen.

Besonders gut gefaellt uns die angelegte Gartenanlage.

Danach gehts 400 Stufen bergauf durch die beiden Viertel Santa Ana und Las Penas.

Witzigerweise ist nur der Weg und die Haeuser 5 Meter links rechts und links der Treppe schoen gemacht. Dahinter geht der Slum weiter. Auch die Polizei macht uns darauf aufmerksam, dass sie nur fuer die Treppe und den die anderen 10 Meter zustaendig ist. Dafuer ist das ganz schoen gemacht.

Oben angekommen hat man einen schoenen Blick ueber ganz Guayaquil.

Wieder unten angekommen gehen wir zu einer Shoppingmall, um ein Paar Schuhe fuer mich zu kaufen, da meine Turnschuhe langsam auseinanderfallen (ich hab sie in der 8. Klasse gekauft). Nach etwas suchen finden wir einen SChuh, der mir passt. Dummerweise hat der Verkaeufer nur den einen Schuh und nicht den passenden zweiten. Wir lachen uns halb kaputt. Er hat aber einen anderen in der selben Groesse, der farblich leicht anders ist aber zumindest das selbe Modell. Wir kaufen das ungleiche Paar mit etwas Rabatt. Was solls, hauptsache bequem.

Abends kommen ein paar Freunde von Anki zu Besuch und wir essen gemeinsam zu abend, quatschen und spielen ein komisches Spiel, bei dem man Aktivitaeten wie Malen mit geschlossenen Augen und Pantomime machen muss.


Sehr lustig. Leider verliert sowohl meine als auch Alice Gruppe. Macht nix, wenn wir es in Deutschland finden,kaufen wir es und zwingen alle guten Freunde es mit uns zu spielen (Maria, dir gefaellt das sicher, da kannst du ganz viel Energie verbrauchen!!!).

Guayaquil, bei Anki

Guayaquil, Ecuador, 10. Mai 07

Heute sind wir nach weiteren 5 Stunden Busfahrt in Guayaquil angekommen. Vom Hochland in die Ebene zu fahren ist echt ein Erlebnis. Von kalt und regnerisch wird es auf einmal schwuel und heiss. Angekommen am Busbahnhof in Guayaquil nehmen wir uns ein Taxi zu unserer Freundin Anki. Leider sollte Alice recht behalten, als sie schon zu Anfang meint, der Fahrer sieht total dumm aus, der hat sicher keine Ahnung. Tatsaechlich weiss er ueberhaupt nichts. Oder wir erwarten einfach zu viel von den Taxifahrern hier. Zum Beispiel dass sie Grundkenntnisse im Autofahren beherrschen und den Weg kennen. Unser Fahrer faellt leider in beiden Disziplinen durch. Zuerst faehrt er in die voellig falsche Richtung. Bis ein Kollege ueber Funk im sagt, dass er wieder zurueck fahren muss. Nach 20 Minuten Fahrt sind wir also wieder am Busbahnhof!!! Den weiteren Weg laesst er sich ueber Funk von seinen Kollegen erklaeren. Und zwar jede einzelne Strasse!!! Alle 100 Meter haelt er an und muss sich orientieren. Dazwischen fragt er uns welchen Weg er nehmen soll. Da wir aber weder besonders gut spanisch sprechen noch den Weg kennen (die Tatsache, dass wir ihm nicht den Weg weisen koennen, scheint ihn etwas zu erstaunen), koennen wir ihm da nicht weiterhelfen. Nachdem er noch ein paar Passanten befragt, laesst er uns an einem Mc Donalds raus und erklaert uns, dass wir da sind. Etwas verwirrt steigen wir aus. Irgendwie haette es unsere Freundin erwaehnt, wenn sie in einem Mc Donalds leben wuerde aber nach ueber 1 Stunde rumirren haben wir die Hoffnung einen anderen Fahrer zu finden, der sich eventuell auskennt. Naja, wir nehmen einfach ein anderes Taxi, dass uns heil in 5 Minuten zu Anki bringt. Es geht doch. Hier angekommen ruhen wir uns erst mal aus bevor wir mit Anki und ihrem Vater essen gehen und ein bisschen durch Guayaquil fahren. Morgen erkunden wir die Stadt.

Cuenca die 2te

Cuenca 09. Mai 07

Heute geht es mir nicht so gut. Ich habe aehnlich wie Alice davor etwas Bauchweh und bin ziemlich schwach. An Essen ist nicht wirklich zu denken. Dafuer kann Alice schon einen ganzen Teller Suppe essen! Es geht also bergauf. Wir treffen in einem Cafe zufaellig eine Familie aus England, die wir schon in Banos kennengelernt haben und verabreden uns fuer abends zum Essen im Cafe Eukalyptus. Das Essen ist sehr gut (ich kann leider nur eine Miso Suppe essen) und der Abend doch sehr lustig. Morgen gehts weiter nach Guayaquil zu Anki. Leider haben wir von Cuenca nicht viel gesehen, obwohl es eine sehr schoene Stadt ist. Vom Stadtbild her sicher die schoenste Stadt in Ecuador, die wir gesehen haben.

Dienstag, 8. Mai 2007

Cuenca

Cuenca, Ecuador, 08. Mai 07

Die letzten beiden Tage waren nicht so schoen. Vorgestern (am 6. Mai) sind wir von Banos nach Ambato gefahren und von da aus nach Cuenca. Leider gibt es keine Fahrplaene und so verpassen wir den Bus nach Cuenca um ca. 5 Minuten und muessen auf den naechsten Bus 3 Stunden warten. Die Fahrt ist die Hoelle. Kurve folgt auf Kurve, bergauf und bergab, Schlagloch auf Schlagloch, der Fahrer faehrt als wollte er einen Preis fuers Schnellfahren gewinnen und im Fernseher direkt vor uns laueft die DVD mit allen 5!!! Teilen von "The Transporter". Nicht dass ich was gegen schwachsinnige Aktionfilme habe aber vielleicht nicht bei so einer Busfahrt und nicht 60 cm vor meinem Gesicht (der Fernseher hat auch so ca. 60 cm Durchmesser). Dazu laeuft Salsamusik. Die Fahrt dauert 7 Stunden. Bei Dunkelheit. Ich werde langsam seekrank. Alice wird es richtig schlecht. Um 23:00 Uhr kommen wir in Cuenca an und checken im Hostel ein.

Alice hat den groessten Teil des gestrigen Tages im Bett verbracht um sich von der Busfahrt zu erholen. Abends konnte sie zumindest eine Suppe essen.

Heute geht es ihr schon wieder besser. Da sie immer noch recht schwach ist werden wir heute auch nicht besonders viel machen und die Besichtigung von cuenca auf morgen verschieben.

Von Banos nach Puyo

Banos, Ecuador, 05. Mai 07

Heute waren wir richtig sportlich. Wir haben uns Mountainbikes ausgeliehen und sind von Banos Richtung Puyo gefahren.

Die Strecke fuehrt entlang eines Flusses bei dem es mehrere Wasserfaelle zu sehen gibt. Zum Glueck geht es fast die ganze Strecke bergab. Allerdings haben wir so starken Gegenwind, dass man auch bergab aktiv sein muss. Die erste Herausforderung stellt sich schon nach ein paar Kilometern. Ein Tunnel, ohne Beleuchtung, genau wie unsere Fahrraeder. Da es die letzten 2 Tage geregnet hat, steht im Tunnel Wasser und Matsch. Wir fahren rein und beten, dass die Fahrer hinter uns ausnahmsweise das licht an ihren Autos anmachen, damit sie uns sehen, waehrend wir wie die bekloppten in die Pedale treten. Der Matsch spritzt von unten hoch und wir hoffen nur nicht auszurutschen. Das Auto hinter mir denkt gar nicht dran das Licht anzumachen. Gott vertrauen!!! Aus dem Tunnel rausgekommen, freuen wir uns des Lebens und wischen uns den Schlamm von den Kleidern.


Die weitere Fahrt ist nicht ganz so spektakulaer aber dafuer umso schoener.

Ca. 10 km weiter ist der Weg durch einen Erdrutsch halb verschuettet. Beim Drueberklettern sinke ich 30 cm tief im Schlamm ein. Alice lacht sich kaputt. Meine Schuhe sind nicht wiederzuerkennen.


Wir fahren trotzdem weiter bis nach Rio Verde. Entgegenkommende Radfahrer erzaehlen uns, dass es auf dem Weg weiter nach Puyo einen noch schlimmeren Erdrutsch gegeben hat und die ganze Strasse gesperrt ist. Also bleiben wir in Rio Verde, stellen unsere Raeder ab und wandern zu Ecuadors beruehmtesten Wasserfall. Leider kommt er uns nach Iguazu etwas mickrig vor, obwohl er sehr schoen ist. Weniger schoen ist die Bruecke, von der aus man den besten Blick hat. maximal 5 Personen duerfen drauf und auch sonst ist es nicht das beste fuer meine Hoehenangst.


Trotzdem eine tolle Erfahrung. Nach einer Staerkung im Restaurant machen wir uns auf den Rueckweg. Wir teilen uns einen Pickup von Rio Verde nach Banos mit einem deutsche Paar, das wir schon auf dem Hinweg getroffen haben. Kurz vor Banos haelt der Fahrer an. Die Wolken sind verschwunden und wir haben freie Sicht aiçuf den rauchenden Vulkan.

Sehr beeindruckend und auch ein wenig erschreckend, vor allem wenn man im Hinterkopf hat, dass man im Falle einer Eruption ca. 30 min. hat um das Tal zu verlassen. Und dass, bei lauter Erdrutschen bei jedem bisschen Regen!!! Wird schon gut gehen.

Cotopaxi - da hat man laenger was von!

Banos, Ecuador, 04. Mai 07

Inzwischen sind wir in Banos angekommen. Einem kleinen Staedchen am Fusse des aktiven Vulkans Tuhuara. Ich liege den ganzen Tag krank mit Erkaeltung im Bett. Im Cotopaxi Park habe ich mich boese erkaeltet, wahscheinlich bei der Fahrt auf der Ladeflaeche des Pickup als wir nass geworden sind. Alice geht es ganz gut, muss aber den Tag alleine verbringen, da ich hauptsaechlich schlafe. Abends geht es schon wieder besser. Nach einer ordentlichen Portion Schlaf und Essen erhole ich mich langsam. Morgen machen wir eine Radtour zu verschiedenen Wasserfaellen.

Cotopaxi - oder was alles schief gehen kann!

Latacunga, 02. Mai 07

Heute war mit Abstand der schlechtste Tag unserer Reise bisher. Nach dem Aufstehen (7:30 Uhr) haben wir in unserem Hostel gefruehstuckt. Leider langweiligt sich unsere Wirtin sehr und will sich unbedingt mit Alice und mir unterhalten. Vor allem Alice, die morgens nicht wirklich ansprechbar ist, reagiert etwas gereizt. Danach fahren wir zum Busterminal, um den Bus zum Parque Cotopaxi zu nehmen. Angeblich ist das nicht nur einer der schoensten Naturparks Ecuadors, sondern auch der mit der besten Infrastruktur. Hoehepunkt des Parks ist der fast 5000 Meter hohe Vulkan Cotopaxi, dessen Spitze schneebedeckt ist. Wir sind also gespannt. Die erste Enttaeuschung haben wir schon am Busterminal. Die Tourist Information hat zu. Natuerlich stehen auch keine Oeffnungszeiten dran. Also nehmen wir den Bus zum Park. Obwohl wir den Fahrer drei Mal fragen, ob der Bus direkt zum Eingang des Parks faehrt was der natuerlich jedes Mal bejagt, laesst er uns direkt an der Panamericana raus, 6km vom Eingang entfernt. Ein Hinweisschild weist den Weg zum Park. Eine voellig heruntergekommene Holzhuette beherbergt anscheinend die Information. Die natuerlich geschlossen hat.

Da haetten wir schon wissen muessen, dass das heute hier nichts wird. Wir laufen also los. 6 km sind ja nicht ganz so viel. Die "Strasse" ist eine Ansammlung von Schlagloechern, die von einem Haufen Dreck zusammengehalten werden. Links und rechts ist nichts Interessantes zu sehen. Nach 3 km kommen wir an einen kleinen Bach. Dummerweise gibt es keine Bruecke. Vor Urzeiten gab es hier wohl mal eine, von der allerdings nur noch eine Haelfte steht.

Zwei andere Wanderer, die mit uns bei der Panamericana ausgestiegen sind, waten gerade durch den Bach. Bei 15 Grad Aussentemperatur und einer geschaetzten Wassertemperatur von 8 Grad halten wir das fuer keine gute Idee! Wir beschliessen ein Auto anzuhalten und den Fahrer zu bitten uns ueber den bach zu fahren. Nach ca. 20 Minuten kommt auch tatsaechlich ein Auto. Der Fahrer ist so freundlich und nimmt uns bis zum Eingang mit. Zum Glueck, die letzten 3 km gehen naemlich steil bergauf, wir haetten sicher noch 3 Stunden dafuer gebraucht. Am Eingang geht die Enttaeuschung weiter. Es gibt nichts!!! Keine Toilette, kein Wasser oder was zu Essen, keine Karte des Parks, keine Transportmoeglichkeiten (mit Ausnahme eines Autos, dessen Fahrer uns deutlich macht, dass er heute keine Lust hat zu arbeiten.) Nur ein paar Einheimische, die Kunsthandwerk verkaufen. Da wir aber noch den ganzen Tag wandern wollen, beschliessen wir ausnahmsweise keinen 10 kg schweren Keramiktopf zu kaufen. Ausserdem brauchen wir unser Geld, um jeweils 10 Dollar Eintritt zu zahlen. Dafuer ist der Eintritt fuer das Museum schon drin, das direkt neben dem Restaurant ist. Beides nur 1 1/2 Stunden Fussweg vom Eingang weg, wie uns ein Ranger versichert. Da koennen wir uns angeblich ausruhen und essen und auch Wasser kaufen. Wir trotten also los. Nach ca. 30 min. haben wir die Schnauze voll und halten ein weiteres Auto an. Wir koennen auf der Ladeflaeche des Pickup mitfahren. Nach 10 Min. faengt es an zu regnen.
Wir brauchen ca. 35 min. bis zum Restaurant. Die Strecke ist ca. 9 km lang, fast alles berauf, in ca. 3000 Meter Hoehe!!! Wie das irgendjemand in 1 1/2 Stunden laufen soll ist uns ein Raetsel aber die Ranger fahren auch immer nur mit dem Auto. Angekommen am Restaurant muessen wir leider feststellen, dass es geschlossen hat. Dafuer versichert uns ein Bauarbeiter, dass dies halb so schlimm sei und das Restaurant eventuell morgen oder so wieder auf hat. Die Suedamerikanische Laessigkeit faengt an uns ein klein wenig auf den Wecker zu gehen.

Die gute Nachricht danach ist, dass das Museum tatsaechlich direkt daneben ist, die schlechte: Es wird gerade restauriert. Es gibt nichts zu sehen und auch nichts zu kaufen, Kein Wasser oder Essen. Wir haben noch einen Liter Wasser. Auf die Frage, wo wir denn eventuell andere Menschen oder ein Auto, dass uns zurueck nach unten bringt, finden, meint ein Bauarbeiter, dass nur 10 min Fussweg weiter ein Campingplatz sei, wo wir all das finden werden.
Wir laufen also weiter. Berauf. Es faengt wieder an zu regnen. Wir stellen uns im Wald unter. Bisher haben wir noch nichts gesehen. Nach ca. 40 min. laufen haben wir weder einen Campingplatz erreicht, noch irgendwie sonstwas. 10 minutes my ass!!! Anscheinend haben die hier alle keine Ahnung. Wir halten ein weiteres Auto an, dass auf dem Weg nach oben ist. Der Fahrer kann uns zwar nicht mitnehmen, versichert uns aber, dass er schon heute beim Campingplatz war und da absolut keine Menschenseele ist! Na ganz toll! inzwischen haben wir noch einen halben Liter Wasser und ca. 18 km zurueck zur Panamericana. Wir beschliessen umzukehren, damit wir zumindest bei Tageslicht die Panamericana erreichen. Im ganzen Park gibt es keine Beleuchtung, keine sonstige Einrichtung, nur die Dreckstrasse.

Beim Museum fragen wir die Bauarbeiter, ob sie Wasser haben. Sie verneinen und arbeiten weiter. Anscheinend haben wir nicht spezifisch genug gefragt. Es gibt sehr wohl Wasser beim Museum. Allerdings Bergwasser aus einem Schlauch. Somit hatte der Bauarbeiter recht. Sie haben kein Wasser!!!
Das mit dem Bergwasser erfahren wir erst von einem Schweizer Paerchen, die halbverhungert auf Mountainbikes vom Berg kommen. Deren letzte Hoffung ist das Restaurant, das immer noch geschlossen ist. Wir geben ihnen eines unserer 2 Broetchen. Mehr haben wir leider nicht zu bieten. Zumindest waren sie auf dem Hochplateau und haben den Cotopaxi fuer ca. 2 Sekunden durch die Wolken schimmern sehen. Allerdings haben sie dafuer auch 50 Dollar Tagesmiete fuer die Fahrraeder bezahlt. Wir fuellen unsere Wasserflaschen auf und machen uns auf den Weg zurueck. Zum Glueck nehmen uns nach ca. 2 Stunden wandern ein paar Locals mit zurueck. In einem uralten Toyota Landcruiser, bei dem so ziemlich gar nichts funktioniert, weder Tacho noch sonst was, dafuer sitzen wir zu Zehnt!!! in dem Fuenfsitzer. Irgendwie kommen wir zum Ausgang des Parks. Auf dem Weg begegnen wir dem Paar, das mit uns bei der Panamericana ausgestiegen ist und vor uns durch den Bach gewatet ist. Anscheinend sind sie den ganzen Weg gelaufen. Nach ca. 6 Stunden wandern, sind die immer noch ca. 3 Stunden vom geschlossenen Restaurant entfernt. Es gibt also Leute die es noch schlechter erwischt haben. Vom Eingang aus nimmt uns ein anderer Local mit einem genauso alten Auto mit zur Panamericana.

Beim Bach treffen wir auch die Schweizer wieder, die sich gerade bereit machen durch den bach zu waten. Der Fahrer nimmt sie und die Fahrraeder auch noch mit ueber den Fluss. (Anscheinend gibt es den Bach nur 6 Monate im Jahr in der Winterzeit, deshalb lohnt es sich nicht eine richtige Bruecke zu bauen). Obwohl wir ca. 30 Dollar fuer die Fahrt und den Eintritt ausgegeben haben, nichts gesehen haben, hungrig und muede sind, freuen wir uns einfach nur, dass wir es bis kurz vor Einbruch der Dunkelheit ins Hostel geschafft haben. Nach einer Dusche, etwas zu essen und etwas Schlaf geht es uns wieder besser. Im Nachhinein koennen wir nur allen raten, den Park nur mit einer organisierten Tour zu bereisen. Ansonsten ist es zu Fuss an einem Tag nicht zu schaffen. Bei Bewoelkung sieht man eh fast nichts und ein Handtuch zum Abtrocknen nach der Bachueberquerung ist angebracht. Wasser und Essen sollte man auch zur Genuege mitbringen, nur fuer den Fall, dass mal wieder alles zu hat. Wir haben zumindest unsere Lektion gelernt.Wenn das der Park mit der besten Infrastruktur Ecuadors ist (d.h. eine strassenaehnliche Aneinanderreihung von Schlagloechern), dann wollen wir die anderen Parks nicht unbedingt besuchen!!!

Montag, 30. April 2007

La Mitad del Mundo

Hostel Secret Garden, Quito, Ecuador, 29. April 07

Ein weiteres Highlight unserer Reise und bisher der aufregendste Tag ist vorbei. Nach dem Aufstehen sind wir erst mal zum fruehstuecken zur Fruteria Montserrat gegangen.

Spiegeleier mit Chorizo, Zwiebeln und Croissant, dazu Kaffee, Maracuja-Papaya Saft und Obstsalat. Sehr gut, gesund und staerkend. Nach dem Fruehstueck folgen wir den Klaengen von Trommeln zum Plaza Grande auf dem gerade eine Parade stattfindet bei der alle Polizeikraefte von Quito marschieren und die Leute applaudieren. Mal was anderes und ganz nett anzuschauen.



Nach der Parade erleben wir die erste Enttaeuschung des Tages. Wir besuchen die aelteste Heladeria (Eiscafe) der Stadt. Leider schmeckt das Eis dort Alice ueberhaupt nicht. Kann man nichts machen aber ecuador ist ja auch nicht gerade beruehmt fuer sein Eis.

Mit dem Taxi fahren wir zur Metrobusstation und von da aus zur Busstation von der der Bus nach Mitad del Mundo abfaehrt. Mitad del Mundo ist der Mittelpunkt der Erde. Wir sind schon ganz gespannt wie es sein wird, mit einem Fuss in der noerdlichen und mit dem anderen in der suedlichen Hemisphaere zu stehen. hat man ja auch nicht alle Tage. Obwohl La Mitad del Mundo nur ca. 22 km von Quito entfernt ist, braucht der Bus ca. 1 1/2 Stunden. das liegt zum einen daran, dass der Bus kaum schneller als 40 km7h fahren kann, vor allem Bergauf bleibt er fast stehen, was auch daran liegt, dass der Fahrer sehr oft die Gaenge nicht findet und zum anderen daran, dass alle 100 Meter irgendjemand auf- oder abspringt und dafuer der Bus etwas langsamer faehrt.
Angekommen bei La Mitad del Mundo benehmen wir uns erstmal wie richtige Touristen, die wir ja schliesslich auch sind und machen ein paar Fotos von uns auf dem Aequator.





Nach einem Abstecher ins Museum im Aequatormonument und einer Kleinigkeit zu essen gehen wir zu dem etwas abseits liegenden Museo Solar Inti Nan. Dieses museum steht auf der tatsaechlichen Aequatorlinie (per GPS bestimmt)und ist ca. 240 Meter von dem Aequatormonument entfernt (dessen Position wurde im 18ten Jahrhundert bestimmt, daher die kleine Abweichung). Das Museum beherbergt allerlei Ausstellungsgegenstaende der indigenen Bevoelkerung inklusive einiger Huetten, Werkzeuge, Tiere, einem Schrumpfkopf und vieles mehr. Anhand der Exponate erklaert uns eine Fuehrerin die unterschiedlichen Braeuche der unterschiedlichen Bevoelkerungsgruppen. Sehr informativ und interessant.



Einige der Braeuche sind wirklich zum lachen. Bei einem Indianervolk ist es erlaubt mehrere Frauen zu haben. Ab einer Anzahl von 5 Frauen gilt der Mann als Medizinmann!!! Bei einem anderen Volg ist es Brauch, dass der Mann, wenn er heiraten will ein Kanu baut, dass nicht untergehen darf und die Frau ein getraenk zubereiten muss, dass dem haeuptling schmeckt, ansonsten koennen sie nicht heiraten. Ausserdem gibt es verschiedene Erklaerungen zur Bedeutung der Aequatorlinie und deren Eigenheiten wie geringere Gravitation und Tag- und Nachtgleiche (Equinox). dazu gibt es ein paar anschauliche Spiele um die Besonderheiten des Aequators zu demonstrieren.

Die Heimfahrt:

Mit dem Bus fahren wir vom Haupteingang von La Mitad del Mundo los. Der Bus faehrt etwa 25 Minuten durch den Ort, sammelt Leute ein und faehrt dann erst mal wieder zurueck zum Haupteingang. Nach einer halben Stunden Fahrt sind wir also erst mal da wo wir eingestiegen sind. Bei stoemendem Regen fahren wir nach Quito. Der Fahrer, der anscheinend auch Probleme hat die Gaenge zu finden, laesst auf voller Lautstaerke die Sonntagspredigt laufen. Dummerweise gehen wir davon aus, dass der Bus zu der Station zurueckfaehrt, bei der wir heute mittag zugestiegen sind. EIn grosser Irrtum. Der bus denkt gar nicht daran die selbe Route zu fahren. Als wir schliesslich fragen, welche den sdie Endstation ist, bekommen wir die ganz verwunderte Antwort: La Mitad del Mundo!!! Anscheinend haben wir den richtige Station verpasst und befinden uns schon wieder auf dem Weg zu La Mitad del Mundo. So schoen es da auch war, nochmal da hin wollen wir heute wirklich nicht. Beim naechsten Halt steigen wir aus. Die Nachricht eines anderen Busfahrers, dass wir zumindest noch in Quito, wenn auch am noerdlichen Rand sind, beruhigt uns ungemein. Da wir dummerweise auch nicht besonders viel Geld dabei haben, koennen wir auch kein taxi zum Hostel nehmen. Zum Gleuck finden wir einen Bus, der uns zu einer Metrobusstation bringt von der aus wir sicher in die Altstadt kommen. Von da aus nehmen wir ein Taxi nach Hause. Witzigerweise kennt der Fahrer weder unsere Strasse, noch den sehr grossen Platz vor unserer Strasse. Ueberhaupt scheint er keinerlei Orientierung zu besitzen. Zum Glueck erkenn wir den Platz beim vorbeifahren und bitten den Fahrer anzuhalten. Vor Schreck wuergt der auch gleich den Motor ab, auf einer 4.spurigen Strasse. Erst nach ca. 10 Versuchen schafft er es zumindest zur Seite zu fahren, so dass wir aussteigen bzw. fluechten koennen. Heil im Hostel angekommen, wollen wir einfach nur schlafen.

Samstag, 28. April 2007

Ottavalo, Kuenstlermarkt

Ottavalo, Ecuador 28. April 07

Heute morgen mussten wir schon wieder frueh aufstehen, da wir den Kuenstlermarkt in Ottavalo besuchen wollen. Ottavalo ist eine kleine Stadt, ca. 95 km ausserhalb von Quito und bekannt fuer seinen Markt auf dem die Einheimischen Handwerkskunst und Lebensmittel verkaufen. Alles etwas touristisch aber doch eine gute Chance ein wenig authentisches Ecuador zu sehen. Besonders authentisch ist schon die Hinfahrt mit dem Bus. Keine Touristen ausser uns im Bus, nur Einheimische. Alle 500 Meter steigt ein Verkaeufer ein, der einem Essen, Trinken, DVDs, CDs oder sonstiges andrehen will. (Die steigen dann natuerlich auch schnell wieder aus, bzw springen vielmehr aus dem fahrenden Bus, wennd der irgendwo lçmal langsamer faehrt). Ueberhaupt scheinen die Busse hier sehr ungern zu halten. Eigentlich fahren sie immer nur etwas langsamer, die Tuer ist eh immer offen und die Leute springen einfach auf. Sehr effizient! Dazu plaerrt aus den Lautsprechern im Bus suedamerikanische Musik in voller Lautstaerke. In Ottavalo angekommen nehmen wir ein Taxi zu dem Marktplatz auf dem hunderte Staende mit verschiedensten Handwerkssachen angeboten werden. Vom Pullover ueber Schmuck bis hin zu Schachspielen findet man hier fast alles.



Die Waren reichen von sehr schoen bis zu sehr kitschig. Die Verkaeufer tragen ueberwiegend Tracht und geben einem ein wenig den Eindruck des urspruenglichen Ecuador. Wir schlendern kreuz- und quer durch die Staende und bewundern die Farbenpracht der Websachen. Angekommen am Essensmarkt erreichen die unterschiedlichsten Gerueche unsere Nasen. Von Obst ueber Fleisch hin zu Gewuerzen wird hier alles angeboten.


Auch ein ganzes Schwein wird hier gegrillt, von dem man sich direkt ein Stueck abschneiden lassen kann und vor Ort essen kann. Irgendwie nicht ganz unser Ding aber interessant zu sehen. Ueberhaupt sind es eher die Menschen, die einen bleibenden EIndruck hinterlassen. Die alten verhutzelten Menschen und die froehlichen Kinder auf der Strasse, genauso wie die Frauen in ihren Trachten und die Maenner mit ihren meist langen Haaren im Pferdeschwanz zusammengebunden.




Ein schoener, sehr interessanter Ausflug. Die Heimfahrt ist auch sehr interessant. Zum einen faehrt der Fahrer wie der Henker und als waere das nicht schon Folter genug, legt er auch noch eine Kassette mit den schlechtesten Euro-Dance Hits der 90er Jahre ein. Klarer Hoehepunkt ist "You re my heart you re my soul" von Modern Talking. Scheiss Globalisierung!
Nach dieser Horrorfahrt gehen wir erst mal wieder ins Hostel und erholen uns kurz. Dann gehts noch mal in die Altstadt, was essen. Wir besuchen eine Fruteria und essen eine Schuessel Fruchtsalat. Ein guter Abschluss eines weiteren schoenen Tages.